Zentralbanken drücken auf den Goldpreis 

<strong>Zentralbanken drücken auf den Goldpreis </strong>
Stand: 19. September 2022

Der Goldpreis ist in den letzten Tagen förmlich unter die Räder gekommen und liegt nun unter 1700$/Unze. Damit hat der Goldpreis seit Jahresanfang nun auch mehr als 8% verloren und reiht sich somit langsam in die Verliererliste bei Aktien und Anleihen ein. Dies mag angesichts des globalen Umfeldes, das bestimmt ist durch Krieg, Inflation und teilweiser Mangelwirtschaft, überraschen. Denn eigentlich ist das Umfeld für Gold mit diesen Faktoren positiv, da die Sorgen über die Werthaltigkeit des Geldes zunehmen müssten.

Wie bei Aktien und Anleihen stecken auch hinter der Goldpreisentwicklung die Zentralbanken. Mit steigenden Zinsen steigen die Opportunitätskosten der Goldhaltung, da Gold per se keine Zinsen abwirft. Es wird also relativ teuerer Gold im Depot zu halten. Außerdem hat die US amerikanische Notenbank bereits angefangen, ihre Bilanzsumme zu reduzieren und verringert damit die freie Liquidität in der Wirtschaft, was mittelfristig die Inflationserwartungen dämpfen sollte. Angesichts der hohen Inflation, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch die anderen großen Notenbanken diesem Vorbild folgen. Die permanent steigende Liquidität bei Null oder Negativzinsen waren aber in den Jahren 2018 und 2019 wichtige Treiber des Goldpreises. Somit fehlen jetzt diese wichtigen Einflussfaktoren bei der Bildung des Goldpreises.

Ist Gold somit unattraktiv geworden? Mit Nichten!

Wie oben bereits angesprochen – die Welt kämpft mit mehreren Krisen und die Finanzmärkte stecken in einem der größten Anpassungsprozesse der letzten Jahrzehnte, da das globale Zinsumfeld sich mit hoher Geschwindigkeit von einem negativen Zins hin zu einem positiven Zins bewegt. Die Unsicherheit über die politische, soziale und wirtschaftliche Lage dürfte noch einige Zeit auf erhöhten Niveau verharren. Gold ist daher aus meiner Sicht weiterhin ein wichtiger Stabilisator in einem Portfolio. Aktuell spiegeln sich diese Krisen und insbesondere die hohe Inflation in der Goldpreisentwicklung zwar nicht oder kaum wider. Aber der Fokus der Anleger kann angesichts der hohen Unsicherheiten jederzeit wieder Richtung Gold schwenken. Dann würden die Sorgen um Geldentwertung und Kriegsgefahren schnell das Argument der steigenden Zinsen wieder überwiegen. Vor diesem Hintergrund ist Gold weiterhin interessant und sollte nicht gänzlich beiseite gelegt werden.

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