US-Dollar im Blickpunkt (Oktober 2021)

US-Dollar im Blickpunkt (Oktober 2021)
Stand: 2. November 2021 | Lesezeit: 3 Minuten

Neben unseren Blogbeiträgen veröffentlichen wir in loser Folge zusätzlich unsere Einschätzungen zu Entwicklungen einzelner Währungen, um auf mögliche Veränderungen bei Zinsen und Wechselkursen hinzuweisen.

Denn bei Krediten spielt neben dem Finanzierungsgrund oder -anlass und neben der Laufzeit, Kredithöhe, Tilgung oder Rückzahlung natürlich auch der Zins eine herausragende Rolle. Bei Währungskrediten, also bei Krediten, die nicht in Euro, sondern in Währungen wie etwa Schweizer Franken oder US-Dollar ausgegeben werden, beeinflusst zudem die Wechselkursentwicklung zwischen dem Euro und der anderen Währung die Kredithöhe sowie die Rückzahlungshöhe. Bei einer Währungsfinanzierung wird der Kredit in der gewünschten Währung, beispielsweise in Dollar aufgenommen und später wieder in Dollar zurückgezahlt.

Währungsentwicklung

Zunehmende Inflationssorgen dominieren das Bild an den Devisenmärkten. Während der US-Dollar hiervon tendenziell profitieren kann, da die Marktteilnehmer mit früheren Leitzinsanhebungen vonseiten der Federal Reserve rechnen, gilt dies für den Euro nicht. Kurzfristig sollte sich an der Dominanz der Inflationssorgen wenig ändern. Allerdings teilen wir die Ansicht, dass der Preisdruck mittelfristig nachlässt. Die tatsächlichen geldpolitischen Impulse für EUR/USD dürften vor diesem Hintergrund in den nächsten Monaten vergleichbar sein. Auf Jahressicht rechnen wir mit einer Seitwärtsbewegung des Währungspaares um die Marke von 1,18 USD. Ob die in den Dezember verschobene Diskussion um die Schuldenobergrenze nochmals Schwankung in den US-Dollar bringen wird, steht derzeit noch nicht fest. Sogenannte „Shut-downs“ der öffentlichen Betriebe in den Vereinigten Staaten haben dem US-Dollar allerdings in der Vergangenheit nicht geschadet. Am Ende ist es eine Frage des Vertrauens in die Zentralbanken. Hier hat die US-amerikanische Federal Reserve mit ihrem Gouverneur Jerome Powell die Nase etwas vorn.

Geldpolitik

Innerhalb der demokratischen Partei gibt es weiterhin erhebliche Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der von Präsident Biden geplanten Investitionsoffensive und deren Finanzierung. Einzelne Abgeordnete blockieren weiterhin die Verabschiedung eines großen Sozialpaketes. Letztlich rechnen wir fest mit einer politischen Entscheidung, doch dürfte beim Sozialpaket noch an vielen Stellen der Rotstift angesetzt werden. Ein Umfang von zwei statt der zunächst anvisierten 3,5 Billionen US-Dollar (über ein Jahrzehnt) scheint derzeit realistisch – der Impuls für die Konjunktur dürfte in den kommenden Jahren entsprechend kleiner ausfallen als ursprünglich erwartet. Die US-Notenbank kauft derzeit monatlich Staatsanleihen in Höhe von 80 Milliarden und MBS in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar. Letztlich ist die Erwartung bezüglich der zukünftigen Geldpolitik der Notenbank nochmals etwas gedriftet. Die Maßnahmen zur Normalisierung – also die Rückführung der Anleihekäufe und danach die Erhöhung der Leitzinsen – sind etwas vorgezogen worden.

Empfehlung

Anleger: halten
Kreditnehmer: kurz-, mittel- und langfristig spekulativ

Break-Even-Kurse

1 Jahr3 Jahre5 Jahre
1,17291,20871,2525
 

Währungsprognose (Kursentwicklung Euro zu US-Dollar)

Kurzfristig (3 Monate): seitwärts
Mittelfristig (6 Monate): seitwärts
Langfristig (12 Monate): seitwärts

 

Als Faustregel bei den möglichen Wechselkursveränderungen gilt:

Kursgewinn
Ist der Wechselkurs der Finanzierungswährung bei Rückzahlung höher als bei Aufnahme des Kredits, entsteht ein Kursgewinn, der zur weiteren Senkung der Finanzierungskosten beiträgt.

Kursverlust
Ist der Wechselkurs der Finanzierungswährung bei Rückzahlung niedriger als bei Aufnahme des Kredits, entsteht ein Kursverlust. Grundsätzlich gilt: Je länger die Währungsfinanzierung in Anspruch genommen wird und je höher die Zinsvorteile sind, desto eher kompensieren Kreditnehmer mögliche ungünstige Wechselkursveränderungen.

Aktuelle Beispiele für Finanzierungen in Währungen, wie sie von Privat- und Firmenkunden immer wieder in Anspruch genommen werden, finden Sie in den Blogbeiträgen.

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