Mein Blick auf die Russland-Ukraine-Krise

Mein Blick auf die Russland-Ukraine-Krise
Stand: 14. Februar 2022

In den letzten Wochen wurde der Kapitalmarkt von steigenden Inflationszahlen und damit einhergehender Veränderung der Notenbankkommunikation konfrontiert. Die Finanzmärkte stellten sich auf das neue Szenario ein – mit spürbaren Folgen bei Renditen und Aktienmärkten.

Daneben hat der Konflikt zwischen Russland und der Nato geschwelt. Dabei geht es vordergründig um den Konflikt mit der Ukraine, aber nach eigenen Aussagen fühlt sich Russland von der wachsenden Nato in der eigenen Sicherheitslage bedroht. Die aktuelle Entwicklung hat dazu geführt, dass die Nato ihre Präsenz in Ost-Europa verstärkt hat, was eigentlich entgegen den Interessen von Russland liegen sollte. Jedoch ist der Konflikt und Russlands Interessen nun im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit angekommen.

Warum diese lange Vorrede? Auf Basis dieser kurzen Gedanken komme ich zu dem Schluss, dass ein längerer bewaffneter Konflikt zwischen Russland und der Ukraine eigentlich gegen die Interessen und Intention von Russland gehen sollte. Die wirtschaftlichen Sanktionen würden die russische Wirtschaft negativ treffen und eine Verringerung der Gaslieferungen an Europa/Deutschland würde dies mittelfristig noch verstärken. Ein möglicher Erfolg in der Ukraine, wie dieser auch immer aussehen würde, dürfte aus meiner Sicht die negativen wirtschaftlichen Folgen nicht aufwiegen.

Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen haben wir bislang in der Allokation der Portfolien auf die Russland-Ukraine Krise nicht reagiert. Sicherlich, zurzeit sind die Aktienmärkte sehr nervös und versuchen ein mögliches Konfliktszenario adäquat anzupreisen. Jedoch sollten in den kommenden Tagen die Entspannungssignale wieder zunehmen, was zu einer Normalisierung an den Märkten führen sollte.

Falls dem nicht sein sollte, müsste man die aktuelle Positionierung anpassen. In einem solchen Umfeld würde sich die europäische Konjunktur spürbar schwächer entwickeln als bislang erwartet. Mögliche Zinsanhebungen wären für die EZB vom Tisch und in den USA würde die Notenbank die Situation sicherlich neu bewerten müssen, was zu fallenden Renditen führen würden.

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