Warum es so schwer ist nachhaltig zu wirtschaften

Warum es so schwer ist nachhaltig zu wirtschaften
Stand: 1. November 2021

ESG-Kriterien (im Finanzmarkt) gibt es verstärkt seit den 2000ern, wobei man sich bislang hauptsächlich weitestgehend auf das E (Environment) konzentriert hat. Die Folgen der Klimaveränderung sind seit mehr als 10 Jahren verstärkt beobachtbar. Die Diskussion um das Schmelzen der Gletscher an den Polen wird bereits viel länger geführt. Nun findet in Glasgow abermals ein Weltklimagipfel statt. Und abermals wird dieser als letzte Chance für das Weltklima bezeichnet.

So weit so gut, die Sachlage ist klar und die notwendigen Konsequenzen ebenso: Um die Erwärmung der Atmosphäre zu verlangsamen müssen wir eigentlich sofort den Ausstoß klimaschädlicher Stoffe verringern.

Aber warum ist die Umsetzung dieser Erkenntnis so schwer?

Unser Wohlstand und Lebensstandard in den industrialisierten Regionen der Welt fußen auf der Industrie und Dienstleistungen, die mit dem Ausstoß von klimaschädlichen Stoffen einher gehen. Wenn wir schnell die Klimaziele erreichen wollen, dann müssten wir deutliche Veränderungen in unserem Lebensstil und Einschnitte in unserem Lebensstandard akzeptieren. So könnten wir z.B alle auf das Autofahren verzichten. Auch viele, bislang sichere Arbeitsplätze wären dann in Gefahr und damit die soziale Absicherung von ganzen Bevölkerungsgruppen. Dazu kommt noch, dass es eigentlich das Ziel aller Schwellenländer ist, unseren Lebensstandard zu erreichen. Mit diesem Wohlstandsversprechen kann man die notwendige Transformation auch in der Bevölkerung vermitteln und durchsetzen.

Bei den Klimazielen geht es also weniger um die Erkenntnis sondern um eine mögliche Umsetzungsgeschwindigkeit. Diese wird wiederum sehr stark vom technischen Fortschritt definiert. Wenn wir bereits jetzt Fusionsreaktoren hätten, dann ginge der Umbau der Volkswirtschaften erheblich einfacher, da dann klimaneutrale Energie im überfluss vorhanden wäre. Zu der Balance zwischen Umweltzielen und Lebensstandard kommen noch die politischen Agenden der Länder, die bislang nationale Interessen oft über globale Interessen stellen. So wundert es mich nicht, dass es zwar immer wieder ambitionierte Ziele für das Erreichen der Klimaziele auf politischer Ebene gibt, aber die Umsetzungsgeschwindigkeit spürbar hinter dem Ambitionsniveau bleibt. Lösen kann man diesen Konflikt wohl nur mit mehr Anstrengung und (finanziellen) Mittel für den entsprechenden technischen Fortschritt und kreativen Lösungen im gesellschaftlichen Bereich. Letzteres bedeutet für uns, dass wir uns auch aus der geschaffenen Komfortzone bewegen müssen.

Komplexe Probleme erfordern auch komplexe Lösungen. Es gibt also noch die universale Lösung für das Klima dieser Welt – wenn wir aber nicht bereit sind, uns zu verändern wird es sehr schwierig. Jedoch ist auch dies ein dynamisches System. Wenn wir uns zu langsam verändern, wird der klimatische Druck wachsen und uns zu einer schnelleren Gangart bringen. Leider nicht das erste mal in der Geschichte.

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