Priorisierung von Modernisierungs­maßnahmen: Was lohnt sofort, was kann warten?

Priorisierung von Modernisierungs­maßnahmen: Was lohnt sofort, was kann warten?
Stand: 16. September 2021 | Lesezeit: 7 Minuten

Eine Modernisierung wird bei jedem Eigenheim früher oder später notwendig, weshalb die Besitzer entsprechende Kosten von Beginn an einplanen sollten. Allerdings ist es nicht immer sinnvoll, bis zum letztmöglichen Zeitpunkt zu warten. Einige Modernisierungsmaßnahmen lohnen sich sofort. Wir klären auf, was mit gutem Gewissen aufgeschoben werden kann und welche Modernisierungsmaßnahmen hingegen priorisiert werden sollten.

Viele Menschen in Deutschland träumen von einem eigenen Haus oder einer Eigentumswohnung. Aber nicht jeder kann sich diesen Traum erfüllen. Häufig liegt das am geringen Immobilienangebot vor Ort oder dem mangelnden finanziellen Rahmen. Denn bei einem Eigenheim darf nicht nur der Kaufpreis gesehen werden, der oftmals ohnehin schon sehr hoch ist. Ebenso müssen laufende und zusätzliche Kosten einkalkuliert werden. Früher oder später fallen in jedem Gebäude gewisse Modernisierungs- oder Sanierungsmaßnahmen an – egal, ob es sich um ein Wohnhaus oder ein Firmengebäude handelt.

Infografik "Das kostet ein Eigenheim in deutschen Städten"
Quelle: Statista

Wichtig ist daher, solche Maßnahmen frühzeitig einzuplanen, sobald das Haus gekauft oder geerbt wird. Denn je besser diese geplant und durchdacht sind, desto mehr können Eigentümer von der richtigen Priorisierung der Modernisierungsmaßnahmen profitieren. Schließlich bietet einerseits der Staat bei energetischen Erneuerungen großzügige Unterstützung in Form von Zuschüssen und Förderungen an. Andererseits kann die Sanierung beziehungsweise Modernisierung weitere Vorteile wie eine Wertsteigerung des Gebäudes mit sich bringen.

Modernisierung, Sanierung, Umbau: Worin liegt der Unterschied?

Mit der energetischen Sanierung und der Modernisierung sind bereits zwei wichtige Begriffe gefallen, die es voneinander abzugrenzen gilt. Hinzu kommen weitere Begrifflichkeiten wie Renovierungen oder der barrierefreie altersgerechte Umbau. Es ist deshalb wichtig zu wissen, dass es sich hierbei keinesfalls um Synonyme handelt:

  • Modernisierung: Bei einer Modernisierung dreht es sich um Maßnahmen zur Verbesserung einer Immobilie. Ziel ist, dass diese auf den neuesten Stand gebracht wird, was verschiedene Bereiche wie Heizung oder Dämmung betreffen kann. In aller Regel sollen durch die Modernisierung laufende Kosten für Wasser und Energie eingespart werden. Gleichzeitig steht der Komfort im Vordergrund, sprich Modernisierungsmaßnahmen dienen manchmal auch rein der besseren Wohnqualität ohne langfristige finanzielle Vorteile. Dennoch steigt dadurch der Wert der Immobilie. Auch gibt es Modernisierungsmaßnahmen, die gesetzlich vorgeschrieben sind, weil sie zum Beispiel die Sicherheit der Bewohner gewährleisten. Ein typisches Beispiel hierfür ist der Brandschutz. Kurz gesagt: Eine Modernisierung ist also eine Verbesserung des Gebäudes, um den Nutz- oder Wohnwert zu erhöhen.
  • Sanierung: Die Modernisierung kann Teil einer Sanierung sein, denn diese bezeichnet Reparaturen am Gebäude, wenn ein ernsthafter Mangel vorliegt. Grundvoraussetzung für eine Sanierung ist stets ein bestehender Schaden. Die ursprüngliche Qualität der Immobilie wird wieder hergestellt. Maßnahmen, die darüber hinausgehen, fallen unter die Begrifflichkeit der Modernisierung oder Renovierung.
  • Renovierung: Sie dient der reinen Verschönerung des Hauses oder der Wohnung. Es geht um rein optische Maßnahmen im Sinne von Schönheitsreparaturen oder einfach, um die Immobilie mehr dem eigenen Geschmack anzupassen.
  • Altersgerechter Umbau: Der altersgerechte Umbau ist eine Sonderform der Modernisierung. Hierbei geht es weniger um energetische Maßnahmen als darum, Barrieren in den Wohnräumen zu reduzieren, um den Komfort sowie die Sicherheit zu erhöhen – vor allem im hohen Lebensalter. Dadurch können die Menschen länger in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben, selbst wenn sie eines Tages ganz oder teilweise pflegebedürftig sind.

Förderfähig durch den Staat sind vor allem Modernisierungsmaßnahmen inklusive des altersgerechten Umbaus. Denn diese bedeuten eine aktive Verbesserung im Sinne der Energieeffizienz sowie eine Entlastung der Pflegekassen. Um diese Maßnahmen voneinander abzugrenzen, ist häufig die Sprache von der energetischen Modernisierung, die jene Modernisierungsmaßnahmen umfassen, welche den Energieverbrauch der Immobilie senken. Dabei kann es sich um die Heizung, die Dämmung, die Belüftung, die Warmwasseraufbereitung, eine Solaranlage oder weitere Maßnahmen handeln. Durch die energetische Modernisierung sollen also Kosten gesenkt und die Umwelt sowie das Klima geschont werden.

Älteres hispanisches Paar, das Baupläne im neuen Haus betrachtet

Priorisierung von Modernisierungsmaßnahmen

Es gibt gute Gründe, um Modernisierungsmaßnahmen im energetischen Sinne früher durchzuführen, als sie eigentlich notwendig wären. Denn die Immobilienbesitzer profitieren unmittelbar von zahlreichen Vorteilen wie

  • einer Wertsteigerung der Immobilie,
  • Kosteneinsparungen bei Energie und Wasser,
  • mehr Umwelt- und Klimafreundlichkeit durch CO2-Einsparung,
  • einem steigenden Wohnkomfort und einer besseren Wohnqualität,
  • einer Verbesserung des Erscheinungsbildes,
  • der Wertsicherung des Gebäudes,
  • der Verringerung von Gesundheitsrisiken,
  • einer besseren Vermietbarkeit,
  • etc.

Allerdings bedeuten solche Um- und Ausbauten stets auch hohe Kosten. Sinnvoll ist daher, nicht sämtliche Modernisierungsmaßnahmen gleichzeitig, sondern nacheinander, in einer sinnvollen Reihenfolge in Angriff zu nehmen. Es ist also wichtig zu prüfen, was sich sofort lohnt und womit getrost noch gewartet werden kann.

Das lohnt sich sofort
  Das kann warten

Da bei der energetischen Modernisierung die Kosten- und Energieeinsparungen im Vordergrund stehen, lohnt es sich, mit entsprechenden Maßnahmen zu beginnen. Diese umfassen beispielsweise

  • den Tausch der Fenster
  • die Dämmung im Allgemeinen, sprich von Außenwand, Dach und Keller
  • eine moderne Heizungsanlage, bestenfalls in Kombination mit erneuerbaren Energien wie einer PV-Anlage mit Warmwasser-Wärmepumpe
  • Sind größere Umbauten wie eine Erweiterung der Immobilie geplant, müssen diese ebenfalls zu Beginn umgesetzt werden, um keine Maßnahmen doppelt durchzuführen.

Ein individueller Modernisierungsplan hilft die Kosten und den Nutzen der einzelnen Maßnahmen abzuwägen.

 

Als weniger wichtig werden im Regelfall Modernisierungsmaßnahmen erachtet, die sich eher auf den Wohnwert als auf den Nutzwert der Immobilie beziehen. Sei es

  • ein moderner Einbruchschutz,
  • die Hausautomation,
  • die Barrierefreiheit,
  • die Erneuerung des Badezimmers
  • o. Ä.

All diese Maßnahmen bringen keinen unmittelbaren finanziellen sowie energetischen Nutzen und können warten. Sinnvoll sind solche Maßnahmen dann, wenn der Wohnkomfort möglichst schnell erhöht werden oder wenn die Immobilie zeitnah verkauft oder vermietet werden soll, um die Einnahmen zu erhöhen.

Die richtige Priorisierung hängt stets vom Gebäudezustand und den individuellen Plänen ab.

In jedem Fall ist es wichtig, eine Liste mit allen Modernisierungsmaßnahmen an der Immobilie zu erstellen, die in den kommenden Jahren durchgeführt werden müssen oder sollen. Anschließend können die Eigentümer die sinnvollste Priorisierung überprüfen und die Liste daraufhin Punkt für Punkt abhaken, abhängig von den finanziellen Möglichkeiten.

Möglichkeiten zur Finanzierung der Modernisierung

Damit ist ein letztes wichtiges Stichwort gefallen: Die Finanzierung. Wie bereits erwähnt, sind mit allen Formen der Modernisierung Kosten verbunden. Teilweise können diese durch staatliche Fördermittel getragen werden. Wichtig ist, sich im Voraus über diese Fördermöglichkeiten zu informieren, denn die Förderzuschüsse und Darlehen müssen vor (!) dem Start der Maßnahmen beantragt werden. Ein Energieberater hilft bei der Priorisierung der gewünschten Maßnahmen und der Beantragung entsprechender Fördermittel.

Was jedoch nicht durch Fördermittel finanziert werden kann oder wo diese nicht ausreichen, muss von den Eigentümern aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Auch deshalb ist es wichtig, stets für einige Jahre im Voraus zu planen, um entsprechende Rücklagen zu bilden. Reichen die Ersparnisse nicht aus, so kann ein Kredit aufgenommen oder ein bestehender Kredit erweitert werden. Die variablen LuxCredit Finanzierungslösungen der DZ PRIVATBANK bieten hierbei maximale Flexibilität, beispielsweise hinsichtlich der Kredithöhe, um für jede Modernisierungsmaßnahme eine optimale Lösung zu finden. Für die Generation 50 plus bietet VR Eigenheim&Flexibilität die passende Lösung, wenn das Vermögen in der eigengenutzten Immobilie steckt, man gleichzeitig jedoch zu einhundert Prozent Eigentümer/in seiner Immobilie bleiben möchte. Damit kann jede Maßnahme zur richtigen Zeit durchgeführt werden, um das Budget zu schonen und dennoch den Wert sowie die Attraktivität der Immobilie zu steigern.

Sie haben selbst wertvolle Tipps zur Priorisierung von Modernisierungsmaßnahmen oder deren Finanzierung?
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