Der Impffortschritt definiert alles

Der Impffortschritt definiert alles
Stand: 19. April 2021

In den letzten Wochen wurde viel über den nur sehr schleppenden Fortschritt der Impfungen in Europa berichtet. Dabei ist es weniger die Organisation, sondern vielmehr der einfache Mangel an Impfstoff, der Europa in dieser Beziehung bremst. Dazu beginnt nun auch noch die Diskussion, ob Geimpfte mehr Freiheiten bekommen sollen, als nicht Geimpfte. Dies wird die europäischen Gesellschaften vermutlich weiter belasten und die Spannungen weiter anheizen. Wie prekär die Lage ist, zeigt die Diskussion in Deutschland, wo der Bund nun mehr Rechte bekommen soll und der Föderalismus etwas zurückgedrängt werden soll, um die notwendigen Maßnahmen effizient umsetzen zu können.

Im Gegensatz zu Europa verläuft die Impfkampagne in den USA sehr gut und liegt sogar vor dem Zeitplan. In New York werden schon erste Öffnungsschritte gegangen und das öffentliche Leben kommt langsam wieder in den Normalzustand zurück. Auf dem amerikanischen Kontinent gibt es mit Chile aber auch ein Beispiel, das deutlich macht, dass Impfungen alleine nicht reichen, sondern auch ein sinnvolles Konzept der Öffnung sehr wichtig ist. Chile hat in den letzten Wochen sehr schnell Impffortschritte erreicht. Im Glauben der Sicherheit, hat die Regierung aber auch sehr schnell wieder Reisen zugelassen. In Folge der höheren Mobilität der Chilenen wurde aber das mutierte Virus aus Brasilien (die mutationsvariant P1) nach Chile gebracht und nach kürzester Zeit steht nun das chilenische Gesundheitssystem wieder vor dem Kollaps. Dies zeigt eindringlich, wie schnell eine entsprechende Mutation die erreichte Herdenimmunität untergraben kann. Zudem müssen wir uns wohl darauf einstellen, uns regelmäßig gegen die sich veränderten Coronaviren impfen zu lassen. Ansonsten werden sich die erreichten Freiheiten kaum auf Dauer aufrechterhalten lassen.

An den Finanzmärkten spielt die Impfquote natürlich auch eine wichtige Rolle. Die US-Notenbank hat bereits angekündigt, dass man über eine geldpolitische Straffung erst dann nachdenken könne, wenn die Herdenimmunität erreicht wurde und die Öffnung des Landes vollzogen worden ist. Damit wird die Entwicklung der Renditen indirekt eine Funktion des Impffortschrittes. Die Aktienmärke habe aus meiner Sicht bereits einen großen Teil – wenn nicht sogar mehr als realistisch zu erwarten ist – vorweggenommen. Entsprechend stark sind die Kurse und Bewertungen gestiegen. Somit kann man hier mir fortschreitenden Impfungen kaum noch positive Effekte auf die Kurse erwarten. Vielleicht kann sich hier die alte Börsenweisheit bewahrheiten; Buy the rumors, sell the fact.

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