Es zählt, was sein könnte – nicht was ist

Es zählt, was sein könnte – nicht was ist
Stand: 28. Juli 2022

An den Kapitalmärkten wird die Zukunft gehandelt. So einfach und doch manchmal so verwirrend. Diese alte Weisheit erklärt aber sehr gut, warum die Finanzmärkte auf die immer schlechter werdenden wirtschaftlichen Daten nicht mehr reagieren, bzw. die Aktienmärkte sich sogar eher positiv entwickeln. Aus meiner Sicht ist an den Aktienmärkten bereits eine milde Rezession im Euroraum/Europa weitestgehend eingepreist worden; genauso wie das aktuelle Gasszenario in Europa. Für die USA wird zwar eine markante Abschwächung erwartet,  auf jeden Fall sollte sich die USA aber besser entwickeln als Europa. Die Inflation ist eigentlich kein großes Thema mehr, da der Hochpunkt in den kommenden Monaten erreicht werden sollte und die folgenden Basiseffekte dann zu einem nachlassenden Inflationsdruck führen. Das aktuelle realwirtschaftliche schwache Umfeld ist daher weitestgehend in den Kursen enthalten. Dies trifft auch für die Staatsanleihen zu. Nur bei Unternehmensanleihen ist die absehbare Ratingverschlechterung der Unternehmen noch nicht vollständig in den Kursen enthalten, da bislang die Verschlechterung der Ratings sehr moderat verlaufen ist.

Die realisierte wie die erwartete Zinsanhebung der Zentralbanken ist ebenfalls von den Finanzmärkten verarbeitet worden. Zumindest bei der US-amerikanischen Notenbank kann es nun eher wieder zu positiven Überraschungen kommen, da die rapide abschwächende Konjunktur zu einem moderateren Zinskurs bei den Zentralbanken führen kann. Bereits die Aussicht, dass die Fed nicht mehr mit dem aktuellen Tempo weiter macht, sorgt für eine bessere Stimmung an den Aktienmärkten.

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