Die Nervosität steigt

Die Nervosität steigt
Stand: 24. Mai 2021

Die Nervosität an den Märkten steigt sichtlich. Kräftige Kursabschläge an Aktienmärkten und bei Kryptowährungen folgen immer wieder ähnliche starke Kursaufschläge, zumindest bei Aktien. Die Gründe, die hinter den Entwicklungen stehen, sind sehr unterschiedlich, aber am Ende hängen die beiden Assetklassen doch zusammen.

Kryptowährung, um damit zu beginnen, sind in den letzten Jahren kräftig gestiegen. Der innere Wert ist weiterhin aber null. Somit steigt mit wachsenden Gewinnen auch der Anreiz diese zu realisieren. Dabei war insbesondere Bitcoin richtungsweisend, da diese Währung immer mehr Zuspruch gefunden hat und zuletzt Tesla also ein großes Unternehmen zeitweise den Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert hat. Zuletzt hat Bitcoin aber an Attraktivität verloren, da der hohe Energieverbrauch beim Mining und damit das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt gerückt ist. Damit fing die Korrektur der Kryptowährungen an und nahm ihren Lauf.

Der starke Verfall der Kryptowährungen setzte auch den Technologiesektor zu und beschleunigte die Talfahrt in diesem Sektor des Aktienmarktes. Auslöser für die Kursrückgänge im Technologiesektor waren aber eigentlich steigende Zinserwartungen, die den hochverschuldeten Unternehmen zu setzen. Die steigenden Zinserwartungen gingen nicht spurlos an breiteren Marktsegmenten vorbei, wie z.B. der S&P500, die die gesamte Wirtschaft relativ gut abbilden, auch diese kamen unter Druck. Bislang wurden die Kursverluste aber immer wieder auch als Kaufgelegenheiten genutzt, was sich in der jüngeren Vergangenheit häufig als richtig erwies.

Hinter dieser Entwicklung steht die steigende Inflationsdynamik in vielen Länder. Diese selbst, aber auch die Diskussion über die Gründe für die steigenden Preise sind immer stärker in den Vordergrund gerückt. Damit steigt auch die Inflationserwartungen und mit einer höheren Inflationserwartungen nehmen auch die Zins- und Renditeerwartungen zu. Was die Refinanzierungskosten der Unternehmen verteuert. Erschwerend kommt wohl hinzu, dass viele Mitarbeiter an den Handelstischen in Banken und Schattenbanken bislang in ihrer ganzen Berufslaufbahn nie mit steigender Inflation und steigenden Renditen konfrontiert wurden.

In den kommenden Wochen sollte man für eine weiterhin hohe Volatilität bei tendenziell fallenden Märkten gewappnet sein. Mittelfristig werden sich aus meiner Sicht die Aktienmärkte bei etwas höheren Renditen und etwas niedrigeren Indexständen wieder einpendeln. Die weiterhin hohe Wachstumsdynamik sollte sich dann sogar wieder als förderlich für den Aktienmarkt auswirken. Die Kryprowährungen sollten sich ebenfalls wieder stabilisieren. Denn letztendlich sind zurzeit diese die einzige Alternative, neben Gold, zu dem etablierten Fiat-Währungssystem.

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