Wasserschutzgebiet Grünheide: Tesla-Gigafactory könnte Wasserknappheit verursachen

Sollte es Unternehmen erlaubt sein, sich in Regionen mit besonders niedrigen Wasserressourcen niederzulassen? Die vieldiskutierte Gigafactory von Tesla macht genau das. Und sorgt damit für großen Unmut im Wasserschutzgebiet Grünheide in Brandenburg.

Der Ort Grünheide in Brandenburg liegt in einer der trockensten und wärmsten Regionen Deutschlands. Dort – im Wasserschutzgebiet – baut der US-Autobauer Tesla die Gigafactory und sorgt damit für Aufregung. Denn der jährliche Spitzenverbrauch des Werks soll laut der Genehmigungsunterlagen bei 1,4 Millionen Kubikmetern Wasser jährlich liegen. Mit dieser Wassermenge kann der Jahresbedarf einer 40.000-Einwohner-Stadt gedeckt werden.  

Auch Google wollte in der Nähe ein Rechenzentrum errichten – mit ähnlich hohem Wasserverbrauch. Das Unternehmen scheiterte, weil der Wasserverband die Wassermenge nicht bereitstellen konnte.  

Inzwischen haben verschiedene Umweltverbände geklagt und Recht bekommen. Denn tatsächlich könnte der hohe Wasserverbrauch in Grünheide auch Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit in Berlin haben. Doch der Rechtsstreit ist noch nicht vorbei – für die Autofabrik soll die täglich geförderte Wassermenge sogar noch erhöht werden.  

Durch die Beispiele wird deutlich: Der Zugang zu Wasser wird ein entscheidendes Kriterium für die Ansiedlung von Unternehmen. Denn eine unsichere Wasserversorgung kann im schlimmsten Fall die Produktion und Arbeitsabläufe gefährden. Und das können sich Großkonzerne wie Tesla und Google nicht leisten.  

Die Politik hält sich bis jetzt eher bedeckt. Es bleibt spannend, wie sich Unternehmen, Anwohner und Politiker in Zukunft zu dem heiklen Thema „Wasserknappheit“ positionieren werden.  

Quellen:

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